Krankhaftes Shoppen: Vom Kaufrausch zur Kaufsucht

Wenn Einkaufen zur Sucht wird

Wie jede Sucht beginnt auch die Kaufsucht eher schleichend. Diese Sucht beginnt mit einigen Frustkäufen, die vorhandene Probleme kurzfristig aus der Welt schaffen. Doch schon Zuhause ist das schöne Gefühl wieder vorbei.

Frustkäufe bringen dem Betroffenen ein Gefühl des Glücks. Um dieses Gefühl oft erleben zu können, kommt es bei den Betroffenen sehr schnell zum Kaufrausch. Dieser Kaufrausch führt dazu, dass immer wieder Dinge gekauft werden müssen, auch wenn sie nicht benötigt werden. Das Kaufen wird bei diesen Menschen zum Zwang, damit Sie Glücksmomente erfahren und auch Aufmerksamkeit bekommen. So wird ein normales Verkaufsgespräch, welches dem Kunden als Beratung dient, für den von der Kaufsucht Betroffenen eher als Aufmerksamkeit angesehen oder es gibt ihm ein Gefühl von "Ich bin wichtig", man möchte sich mit mir unterhalten. Auf diese Weise gerät der Betroffene immer wieder in den Zwang, etwas zu kaufen, damit er dieses für ihn wichtige Gefühl erleben kann. Zuhause angekommen ist dieses Gefühl bereits schon wieder vorbei und die nächsten Einkäufe erfolgen. Das wird nicht nur dazu führen, dass der ständige Griff ins Portemonnaie zu finanziellen Schwierigkeiten führt, sondern im Laufe der Zeit werden die Betroffenen immer mehr vereinsamen.

Die durch die Kaufsucht erstandenen Einkäufe werden in den meisten Fällen von dem Kaufsüchtigen vernichtet oder versteckt, weil er sich seiner Sucht schämt und nicht möchte, dass jemand etwas von diesem Problem erfährt. Dieser mit der Zeit kommende finanzielle Ruin und die Sucht selbst führen dazu, dass der Kaufsüchtige sich immer mehr zurückzieht.

Für eine Kaufsucht kommen verschiedene Ursachen infrage. So können Ängste, Depressionen, wenig Selbstwertgefühl oder eine innere Leere der Auslöser für diese Sucht sein. Ohne die Hilfe durch einen Psychotherapeuten kann diese Erkrankung ein ganzes Leben lang anhalten und im schlimmsten Fall zum Suizid (Selbstmord) führen. Durch den Kaufrausch versucht der Betroffene diese Probleme zu verdrängen. Doch genau hier beginnt der Teufelskreis für den Suchtkranken. Jeder Einkauf bringt ein momentanes Glücksgefühl, welches kurz darauf zu einem schlechten Gewissen führt, also muss der Suchtkranke wieder einkaufen, um dieses schlechte Gewissen verdrängen zu können.

Die Wurzeln der Kaufsucht liegen in den meisten Fällen in der Kindheit. Zuwenig Anerkennung und Liebe, aber auch materielle Entbehrungen, führen dazu, dass dieses Gefühl im Erwachsenenalter nachgeholt werden muss.

Von der Kaufsucht sind nicht nur Frauen betroffen, sondern auch Männer. Frauen kaufen eher Dinge wie Make-up oder Schmuck, um Ihr Äußeres aufzuwerten, Männer dagegen kaufen meist technische Dinge wie die neueste Unterhaltungselektronik, um Ihr Selbstwertgefühl zu verbessern.